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Geschichten, Erfahrungen und Einblicke aus meiner Arbeit mit Pferden

Pferd in der Freiarbeit

Was mir Pferde bereits über das Leben beigebracht haben

Ich habe mehr Stunden mit Pferden verbracht als ich zählen kann. Und je mehr Zeit ich mit ihnen verbringe desto bewusster wird mir, dass sie einige der weisesten Lehrer sind die wir jemals treffen werden. Vielleicht kennst du dieses Gefühl: du betrittst den Stall, atmest tief durch und plötzlich ist da diese besonderer Ruhe in dir. Egal was vorher war und wie es dir vorher ging, jetzt ist plötzlich alles in Ordnung. Pferde sind ehrlich und sie spiegeln uns. Es interessiert sie nicht wie wir aussehen oder was wir erreicht haben - es zählt lediglich wie wir uns ihnen gegenüber verhalten. Pferde leben im Jetzt, nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft. Wenn du bei ihnen bist musst du ihnen auch dort begegnen. Sie merken wenn du mit deinen Gedanken woanders bist und dich nicht voll und ganz auf sie und dich konzentrierst. Pferde haben mir beigebracht voll und ganz im Hier und Jetzt zu sein. Pferde halten uns keine Fehler vor, sie geben uns jeden Tag die Möglichkeit neu zu beginnen und alles anders zu machen. Pferde haben mir beigebracht, dass jeder Tag eine neue Chance ist. Pferde interessiert es nicht wer du versuchst zu sein, sie sehen und spüren was darunter liegt. Pferde spüren deine Energie und sie reagieren darauf. Du kannst ihnen nichts vormachen. Pferde haben mir beigebracht, dass ich ich selbst sein kann und muss. Ich muss und kann nicht vortäuschen jemand zu sein der ich nicht bin. Ich muss nicht perfekt sein, nur ehrlich. Solange sie ehrlich und fließend sind haben Pferde keine Probleme mit Emotionen, man darf sie zeigen. Ja, auch Angst oder Unsicherheit! Pferde haben mir beigebracht, dass man seine Emotionen nicht 'im Griff' haben muss, sondern dass sie da sein dürfen und müssen. Das Vertrauen eines Pferdes kann man nicht erzwingen. Es wächst Schritt für Schritt durch Geduld, Freundlichkeit und Beständigkeit. Wenn man das Vertrauen eines Pferdes gewonnen hat spürt man eine der ehrlichsten Verbindungen die es gibt. Pferde haben mich Geduld gelehrt und daran erinnert, dass man Vertrauen nicht einfach geschenkt bekommt, sondern man es sich verdienen muss. Und auch wenn man es einmal hat ist es weiterhin ein kontinuierlicher Prozess. Man braucht keine Worte um mit Pferden zu kommunizieren und einfach miteinander sein ist ein wunderschönes Gefühl. Pferde haben mir beigebracht, dass Stille heilend sein kann und man nicht für alles immer Worte braucht. Ein Pferd braucht keine Perfektion um dir zu vertrauen. Sie brauchen Sicherheit, Präsenz und Beständigkeit. Eine ehrliche Verbindung kann man nicht vortäuschen. Pferde haben mir beigebracht, dass ich genug bin. Manchmal läuft es nicht so wie man es sich vorstellt oder etwas was in der Vergangenheit schon mal funktioniert hat, funktioniert plötzlich nicht mehr. Dann kann man sich entweder darüber aufregen, oder man atmet einmal durch und geht einfach nochmal einen Schritt zurück. Pferde haben mir beigebracht, dass ein Schritt zurück kein Rückschritt ist, sondern der Weg nach Vorne. Manchmal kommt man nicht weiter und man weiß nicht was man noch probieren könnte. Das kann frustrierend sein. Pferde haben mir beigebracht, dass man nicht immer sofort für alles eine Lösung oder Antwort haben muss. Man hört leider viel zu oft, dass man sich bei Pferden durchsetzen muss und dass man immer dominant auftreten soll - das dachte ich leider auch mal, aber das stimmt nicht. Pferde haben mir beigebracht, dass Stärke nicht laut und dominant ist, sondern ruhig und respektvoll. Pferde setzen klare Grenzen und diese zeigen diese deutlich - ohne Schuldgefühle. Pferde haben mir beigebracht wie wichtig es ist seine Grenzen zu spüren und diese auch zu kommunizieren - ohne Schuldgefühle. Oft wird einem gesagt wie wichtig es ist ständig die Kontrolle über das Pferd zu haben, da es sonst gefährlich werden kann. So entsteht aber keine Partnerschaft. Pferde haben mir beigebracht, dass Kontrolle Distanz schafft und eine Beziehung entsteht, wenn man aufhört zu kontrollieren und anfängt sich zu verbinden. Pferde lehren uns nicht 'besser' zu werden, sie lehren uns klarer zu werden und sie erinnern uns an das was in uns liegt, bevor wir es verlernt haben. Sie erinnern uns an Verbindung, Vertrauen und Sein. Das sind nur einige der Dinge die ich bereits von Pferden lernen durfte. Ich bin mir sehr sicher, dass ich nie aufhören werde von ihnen zu lernen. Ich habe mehr Stunden mit Pferden verbracht als ich zählen kann. Und je mehr Zeit ich mit ihnen verbringe desto bewusster wird mir, dass sie einige der weisesten Lehrer sind die wir jemals treffen werden. Pferde sind ehrlich und sie spiegeln uns. Es interessiert sie nicht wie wir aussehen oder was wir erreicht haben - es zählt lediglich wie wir uns ihnen gegenüber verhalten. Pferde haben mir beigebracht voll und ganz im Hier und Jetzt zu sein. Pferde haben mir beigebracht, dass jeder Tag eine neue Chance ist. Pferde haben mir beigebracht, dass ich ich selbst sein kann und muss. Ich muss und kann nicht vortäuschen jemand zu sein der ich nicht bin. Ich muss nicht perfekt sein, nur ehrlich. Pferde haben mir beigebracht, dass man seine Emotionen nicht 'im Griff' haben muss, sondern dass sie da sein dürfen und müssen. Pferde haben mich Geduld gelehrt und daran erinnert, dass man Vertrauen nicht einfach geschenkt bekommt, sondern man es sich verdienen muss. Und auch wenn man es einmal hat ist es weiterhin ein kontinuierlicher Prozess. Pferde haben mir beigebracht, dass Stille heilend sein kann und man nicht für alles immer Worte braucht. Pferde haben mir beigebracht, dass ich genug bin. Pferde haben mir beigebracht, dass ein Schritt zurück kein Rückschritt ist, sondern der Weg nach Vorne. Pferde haben mir beigebracht, dass man nicht immer sofort für alles eine Lösung oder Antwort haben muss. Pferde haben mir beigebracht, dass Stärke nicht laut und dominant ist, sondern ruhig und respektvoll. Pferde haben mir beigebracht wie wichtig es ist seine Grenzen zu spüren und diese auch zu kommunizieren - ohne Schuldgefühle. Pferde haben mir beigebracht, dass Kontrolle Distanz schafft und eine Beziehung entsteht, wenn man aufhört zu kontrollieren und anfängt sich zu verbinden. Pferde lehren uns nicht 'besser' zu werden, sie lehren uns klarer zu werden und sie erinnern uns an das was in uns liegt, bevor wir es verlernt haben. Sie erinnern uns an Verbindung, Vertrauen und Sein. Das sind nur einige der Dinge die ich bereits von Pferden lernen durfte. Ich bin mir sehr sicher, dass ich nie aufhören werde von ihnen zu lernen.

Pferd bei Sonnenuntergang

Können Pferde den Menschen verarschen?

Ganz oft hört man den Satz 'das Pferd verarscht dich!' - gemeint ist damit meist, dass das Pferd absichtlich etwas 'falsch' macht, obwohl es weiß was zu tun wäre. Aber stimmt das wirklich? Können Pferde den Menschen bewusst auf den Arm nehmen, oder steckt da etwas ganz anderes hinter? Die kurze wissenschaftliche Antwort lautet NEIN, nicht im menschlichen Sinne. Pferde verfügen über eine hohe soziale Intelligenz und ein gutes Lernvermögen. Sie beobachten ihre Umwelt aufmerksam, reagieren sensibel auf Körpersprache und lernen durch positive sowie negative Erfahrungen. Sie verfügen allerdings über kein manipulierendes Bewusstsein wie der Mensch. Ihnen fehlen die kognitiven Strukturen für absichtliche Täuschung oder Planung mit Hintergedanken. Pferde lernen durch Erfahrung, also sie merken sich was funktioniert. Wenn das Pferd ein unerwünschtes Verhalten zeigt ist das kein Verarschen, sondern konditioniertes Verhalten. Das Problem ist also nicht das Pferd, sondern die eigene Klarheit: unklare Signale, fehlende Konsequenz, zu viele Ausnahmen, widersprüchliche Energie usw. Pferde verknüpfen sehr schnell, welches Verhalten zu welcher Konsequenz führt. Verhalten welches sich für sie als lohnend erwiesen hat werden sie wiederholen - aber nicht aus Trotz, sondern weil sie gelernt haben, dass es in der Vergangenheit zu einer Belohnung geführt hat. Pferde sind ein Spiegel. Sie zeigen nicht immer wie sie sind, sondern oft, wie wir sind. Sie lesen die Stimmung, Körperspannung und Aufmerksamkeit des Menschen und reagieren darauf, indem sie ihr Verhalten entsprechend anpassen. Oft ist also das was wir als 'Verarsche' empfinden in Wirklichkeit eine Spiegelung unserer eigenen Unsicherheit, Unentschlossenheit oder Unachtsamkeit. Es kann aber auch Stress, Schmerz oder Überforderung sein, was dann als Widersetzlichkeit empfunden wird, weil man nicht zuhört. Es ist menschlich sich abgelehnt, ausgetrickst oder verspottet zu fühlen, aber das ist das Problem. Pferde meinen nichts persönlich und ihr Verhalten ist nie persönlich gegen den Menschen, sondern immer für sich selber. Pferde testen Grenzen, allerdings nicht aus Trotz, sondern zur Orientierung. Pferde hinterfragen unser Timing, unsere Klarheit und unsere Haltung. Pferde verarschen uns nicht, sie geben uns lediglich eine Rückmeldung. Sie geben uns wahrscheinlich die ehrlichste Rückmeldung die man bekommen kann. Ihr Verhalten ist also logisch, nicht respektlos. Wenn wir einem Pferd böswillige Absichten unterstellen verlagern wir die Verantwortung für das Missverständnis auf das Pferd, anstatt uns selbst zu hinterfragen. Das führt zu Frustration und oft auch ungerechten Korrekturen, oft sogar Bestrafungen, die letztendlich der Beziehung schaden. Menschen neigen dazu die 'Schuld' immer auf Andere schieben zu wollen, damit man sich nicht eingestehen muss, dass man selber einen Fehler gemacht hat oder sogar selber das Problem ist. Ein pferdegerechter Umgang bedeutet aber, sich immer wieder selbst zu hinterfragen und an sich zu arbeiten. Also nein, Pferde können den Menschen nicht verarschen. Sie handeln nicht aus Trotz oder Bosheit, sondern aus Erfahrung, Instinkt und dem Wunsch nach Sicherheit und Klarheit. Was wir als 'Verarsche' empfinden ist in Wahrheit Ausdruck von Missverständnissen, mangelnder Kommunikation oder schlechten Lernerfahrungen.

Pferd auf der Weide

Erlernte Hilflosigkeit

Stell dir ein Pferd vor, dass brav alles mitmacht - es steht still, lässt sich brav reiten, bewegt sich auf Kommando, widerspricht nie. Klingt gut? Nicht unbedingt. Manchmal steckt dahinter keine gute Ausbildung, sondern ein Zustand psychischer Resignation: die sogenannte erlernte Hilflosigkeit. Erlernte Hilflosigkeit tritt auf, wenn ein Lebewesen wiederholt unangenehmen oder belastenden Situationen ausgesetzt ist, ohne eine Möglichkeit zur Flucht oder Lösung. Mit der Zeit lernt das Tier (oder der Mensch), dass das eigene Verhalten keinen Einfluss auf die Situation hat - und gibt auf. Beim Pferd kann sich das so äußern: es reagiert apathisch auf Umweltreize es zeigt kaum bis keine eigene Initiative es führt Aufgaben aus, allerdings ohne Motivation oder Ausdruck es wirkt 'brav', aber leblos Diese psychische Resignation entsteht oft unbewusst durch falsches oder überforderndes Training. Mögliche Ursachen: Druck ohne Fluchtmöglichkeit: Dauerhafte Anwendung von Druckhilfen, ohne dem Pferd eine echte Wahl oder Pause zu lassen Unverständliche Signale: Das Pferd wird mit widersprüchlichen oder unklaren Hilfen konfrontiert und kann nicht verstehen, was von ihm verlangt wird Fehlende Belohnung bei richtiger Antwort: Das Pferd bemüht sich, reagiert richtig, doch die Hilfe bleibt bestehen oder wird sogar verstärkt Gewalt oder ständiges Korrigieren: Emotionale oder physische Überforderung durch harsche Ausbildungsmethoden oder zu hohe Anforderungen Ein Pferd in erlernter Hilflosigkeit ist äußerlich vielleicht ruhig, aber innerlich abgeschaltet. Es zeigt keine natürlichen Verhaltensweisen mehr, kein Interesse an der Umwelt oder an Interaktion. Dies kann zu langfristigen psychischen Schäden führen. Zudem birgt die Gefahr, dass das Pferd irgendwann doch ganz unerwartet 'explodiert', wenn die Spannung zu groß wird. Wie du einem betroffenen Pferd helfen kannst: Druck rausnehmen: Arbeite mit positiver Verstärkung und gib dem Pferd Wahlmöglichkeiten Klare, verständliche Kommunikation: Signale müssen eindeutig und fair sein Erfolgserlebnisse schaffen: Belohne jede eigene Initiative, egal wie klein sie ist Geduld haben: Der Weg zurück ins aktive Leben dauert, aber er lohnt sich Abwechslung bieten: Spaziergänge, Freiarbeit, spielen - das Pferd geistig anregen Erlernte Hilflosigkeit ist ein stilles Leiden und oft schwer zu erkennen. Sie ist kein Zeichen von Gehorsam oder 'guter Erziehung', sondern ein Hilferuf. Pferde sind sensible, soziale Lebewesen, die verstehen und mitgehalten wollen. Wenn wir ihnen zuhören, sie ernst nehmen und fair mit ihnen umgehen, können wir gemeinsam wachsen, statt sie innerlich brechen zu lassen.

Pferd auf der Weide

Sind Stuten zickig?

Oft hört man den Satz 'sie ist schon wieder zickig, typisch Stute'. Stuten wird häufig unterstellt launisch, unberechenbar oder eben einfach 'zickig' zu sein. Ist da wirklich etwas dran, oder handelt es sich eher um ein Missverständnis zwischen Mensch und Pferd? Wie alle weiblichen Säugetiere durchlaufen auch Stuten einen zyklischen Hormonverlauf. Die Rosse tritt meist alle 18-24 Tage auf und kann zu vorübergehenden Verhaltensänderungen führen, wie beispielsweise mehr Unruhe, Ablenkbarkeit oder Empfindlichkeit. Diese Reaktionen sind natürlich und biologisch nachvollziehbar. Allerdings zeigen nicht alle Stuten deutliche Veränderungen und die meisten Verhaltensauffälligkeiten lassen sich nicht alleine auf Hormone zurückführen, sondern auf die Haltung oder das Training. Stuten haben oft ein sehr klares, direktes Ausdrucksverhalten. Sie setzen ihre Körpersprache deutlich und konsequent ein, was schnell als Sturheit oder Zickigkeit wahrgenommen werden kann. Wallache haben durch die Kastration einen stabileren Hormonhaushalt und werden oft als 'nervenstärker' bezeichnet, während Stuten häufig sensibler, feiner und direkter in ihrer Reaktion sind. Bei Hengsten würde man dann einfach 'dominant' sagen, und bei einer Stute wird das gleiche Verhalten als 'zickig' abgestempelt. Solche Vorurteile verstärken Fehlinterpretationen. Verhaltensweisen werden nicht mehr objektiv beurteilt, was dazu führen kann, dass echte Probleme, wie Schmerzen oder Missverständnisse, übersehen oder ignoriert werden. Stuten haben häufiger gesundheitliche Probleme als man denkt und es ist nicht korrekt - und oft sogar fahrlässig - alles 'auf die Rosse' zu schieben. Was der Mensch als 'schlechte Laune' interpretiert ist oft schlicht ein ehrliches Feedback. Statt das Verhalten vorschnell abzuwerten sollte man lieber genau hinsehen und den Ursachen auf den Grund gehen. Vorurteile können schnell zu einem ungerechten Umgang führen, was sich negativ auf die Beziehung auswirkt. Die Frage ist also nicht: 'Warum ist meine Stute so zickig?', sondern: 'Was möchte sie mir eigentlich sagen?' Stuten sind also nicht zickig, sie sind ehrlich. Das Vorurteil von der 'zickigen Stute' ist oberflächlich, fahrlässig und einfach falsch. Stuten sind sensibel, intelligent und kommunikativ, man muss ihnen nur richtig zuhören. Wenn man das alles beachtet kann man eine wunderschöne Partnerschaft mit ihnen aufbauen.

Pferd auf der Weide

Mein Reitunfall und die Zeit danach

Am 11.08.2024 hatte ich einen Reitunfall. Ich konnte nicht mehr aufstehen, beziehungsweise ich wusste, dass etwas nicht stimmt und habe es deshalb auch nicht wirklich versucht. Ich wurde dann mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und nach über 5 Stunden warten, das war mit das Schlimmste, da ich nicht aufstehen durfte und bewegen konnte ich mich durch die Vakuummatratze auch nicht wirklich, und dementsprechend nur die Decke angestarrt habe, habe ich dann erfahren, dass ich mir einen Wirbel gebrochen habe. Ich wollte unbedingt nach Hause, aber davon wurde mir dringlichst abgeraten. Also war ich 3 Tage im Krankenhaus. Über die Zeit im Krankenhaus möchte ich allerdings nicht viel erzählen. Die Leute dort waren sehr nett, aber man hat mir viel Angst gemacht: 'wenn Sie das machen könnte das oder das passieren', 'das dürfen Sie auf gar keinen Fall machen'… Nach 3 Tagen wurde ich dann mit einem Korsett entlassen. Erstmal hieß es wenn alles gut verheilt darf ich nach 6 Monaten wieder reiten. Ich war regelmäßig zur Kontrolle im Krankenhaus und es sah immer gut aus. Nach 6 Monaten war ich auch dort und man hat mir gesagt ich könnte langsam wieder alles machen. Auf meine Frage 'also auch reiten?' kam dann allerdings die Antwort 'nein, das erst wieder nach 1 Jahr'. Was da denn noch passieren könnte konnten sie mir allerdings nicht sagen. Ich bin mal gespannt was sie dann nach 1 Jahr sagen, wenn ich nochmal da bin. Der erste Weg ging natürlich zu meinen Ponys, liegend im Auto - ich durfte die ersten Wochen nicht sitzen. Die Idee war gut, aber die Umsetzung nicht so wirklich. Durch das viele Liegen war mein Kreislauf sehr instabil und ich bin erstmal fast umgekippt. Ich habe mich trotzdem sehr gefreut meine Ponys zu sehen. Ich war zwar nur kurz da, aber danach ging es mir etwas besser. Zuhause habe ich mich dann sehr gefreut meine Katzen und die Hunde zu sehen. Die ersten Wochen durfte ich nicht wirklich viel. Ich durfte mich nicht bücken, nichts heben, nicht sitzen. Nur liegen und gehen. 6 Monate lang durfte ich nur 5kg heben. Wenn man vorher die meiste Zeit des Tages unterwegs und beschäftigt war ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Ich konnte so gut wie nichts alleine machen und mir musste sehr viel geholfen werden. Das war nicht leicht für mich. Ich war zwischendurch meine Ponys besuchen, aber das ging ja nur wenn mich jemand fahren konnte. Nach 2 1/2 Wochen bin ich dann mit dem Zug 7 Stunden nach München zum Adele Konzert gefahren. Es war wunderschön und ich hätte es nicht verkraftet da nicht hinzufahren, auch wenn die Menschen in meinem Umfeld überhaupt nicht begeistert waren. Mein Kreislauf war wieder relativ stabil und ich durfte langsam wieder sitzen. Dadurch dass ich das Korsett getragen habe waren die Leute auch sehr vorsichtig und ich wurde beim Konzert kein mal angerempelt oder sonst was. Danke an die Person die neben mir saß und für mich das Konfetti gesammelt hat, weil ich mich nicht bücken durfte. Ich weiß ihren Namen leider nicht mehr, aber sie kommt aus Spanien uns ist Ärztin. Ich hatte einen wunderschönen Abend und ich bin so froh, dass ich nicht auf mein Umfeld gehört habe und hingefahren bin. Als ich wieder Zuhause war sind meine Ponys sind wieder nach Hause gekommen und immerhin konnte ich sie wieder jeden Tag sehen. Ansonsten habe ich erstmal wieder nur gelegen. Ich durfte ja sowieso nichts machen, also habe ich mich damit abgefunden. Das war ein Fehler. Vielleicht muss ich noch etwas zu dem Unfall erzählen. Es war meine Schuld und das wusste ich auch. Ich habe nicht auf mein Bauchgefühl gehört, weil ich anderen Menschen etwas beweisen wollte. Es war nich mein erster Sturz von diesem Pferd, beim ersten Mal ist nur nichts passiert. Da hätte es bei mir schon klick machen müssen, hat es aber nicht. Das Pferd trägt jedenfalls keine Schuld, das ist mir ganz wichtig zu erwähnen, da die Schuld aus Prinzip immer auf das Pferd geschoben wird. Das Pferd trägt überhaupt keine Schuld. Ich habe mir das Video vom Sturz (danke Mama fürs Draufhalten!) mindestens 100x angesehen und die ersten Monate hatte ich jede Nacht dieses Video vor Augen. Ich habe mir solche Vorwürfe gemacht, weil ich nicht wusste was mit dem Pferd passiert ist. Nach ein paar Monaten habe ich mich dann getraut zu fragen, und mir wurde gesagt dem Pferd geht es gut. Also glaube ich das, ich habe ja auch keine andere Wahl. Seit ich das weiß habe ich keine Alpträume mehr und die Vorwürfe sind auch weniger geworden. Ich hatte die letzten Monate viel Zeit um noch so viel mehr über Pferde zu lernen und meine Einstellung und Arbeitsweise hat sich nochmal komplett geändert. Ich habe so viel dazulernen dürfen und können und deshalb ist aufgeben auch keine Option. Ich hatte eine kurze Zeit lang überlegt, ob Pferde vielleicht doch nicht das Richtige für mich sind, aber glücklicherweise sehe ich das wieder anders. Pferde sind genau das Richtige für mich. Pferde sind alles für mich und der Gedanke nicht mehr mit ihnen zu arbeiten macht mich einfach nur traurig, also ist aufhören keine Option. Jedenfalls habe ich so viel dazulernen können und das war wichtig. Ich habe mir das Video von dem Sturz letztens nochmal angesehen und diesmal sofort erkannt was das Problem war. Vorher habe ich es mir einfach nicht erklären können. Ich werde nie wieder nicht auf mein Bauchgefühl hören, egal was andere Menschen sagen. Ich habe meine eigene Weise mit Pferden zu arbeiten und es gibt viele Menschen (besonders im Internet) denen das nicht gefällt. Das ist mir aber egal. Ich habe schon immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Pferde sind wundervolle Wesen und mit ihnen arbeiten zu dürfen ist ein Geschenk und das muss man schätzen. So muss man auch mit ihnen umgehen - sie sind Lebewesen mit Gefühlen. Ich mache mit Sicherheit auch nich alles richtig, aber ich bin immer bereit dazuzulernen. Ich sehe jeden Tag so viel schlechte und absolut nicht pferdegerechte Arbeit mit Pferden, sei es im Internet oder live, und alleine schon deshalb könnte ich nicht aufhören. Ich bin seit dem Unfall nicht mehr wirklich geritten. Ich saß ein paar Mal wieder auf dem Pferd, aber mehr noch nicht. Nicht weil ich Angst vor dem Reiten an sich habe, sondern weil ich das Vertrauen in mich und meinen Körper noch nicht wieder zurück habe. Ich bin noch sehr vorsichtig bei allem was ich tue, auch wenn ich es vielleicht nicht mehr müsste. Ich denke mein Problem ist auch einfach, dass man mir immer nur gesagt hat was ich auf gar keinen Fall machen darf und nie was ich denn darf oder soll. Ich bin also komplett auf mich alleine gestellt was den Wiederaufbau meiner Muskulatur angeht. Vor 3 Wochen habe ich auch wieder damit angefangen, vorher habe ich mich nicht getraut, weil mir nicht gesagt wurde, dass ich das machen darf/soll. Ich habe also 9 1/2 Monate nichts gemacht und ich denke da ist es irgendwie normal, dass man die Verbindung zu seinem Körper und das Vertrauen in seinen Körper verliert. Aber das bekomme ich definitiv wieder hin, ich habe ja auch gar keine andere Wahl. Mein Umfeld nimmt mich da auch nicht wirklich ernst und hat kein Verständnis. Ich habe mir ja nur den Rücken gebrochen und da das jetzt ja wieder verheilt ist kann ich ja einfach so weitermachen wie vorher, weil ich ja nicht blöd bin und das ja auch weiß. Gerade auch weil das ja nicht mein erster Knochenbruch ist. Dass so ein Bruch an so einer Stelle wie der Wirbelsäule aber nicht nur physisch sondern auch psychisch etwas mit einem macht können sie sich nicht vorstellen. Sie haben ja auch nicht im Krankenhaus gelegen und sich anhören müssen, dass sie sehr aufpassen müssen, da sonst noch sonst was passieren könnte. Lähmungen, vielleicht sonst doch noch OP, irreparable Schäden. Bei meinen anderen Brüchen gab es so ein Risiko einfach nicht, deshalb hatte ich da auch im Nachhinein keine Probleme wieder alles normal zu belasten. Aber ja, bei der Wirbelsäule habe ich nunmal Angst, was soll ich machen? Es ist ja nicht so als würde ich nicht daran arbeiten. Trotzdem wäre Verständnis manchmal schön, oder einfach gar nichts sagen. Ich habe mir das bestimmt nicht freiwillig ausgesucht. Ich bin meiner Familie aber sehr dankbar, dass sie sich um meine Tiere gekümmert haben als ich es nicht konnte. Um ehrlich zu sein habe ich schon etwas Angst, dass ich nicht mehr ganz 'normal' werde. Ich kann mir momentan noch nicht vorstellen, dass ich jemals wieder ganz angstfrei werde. Bei allem was ich tue denke ich sofort an meinen Rücken und dass ich aufpassen muss. Ich hätte das niemals gedacht. Ich dachte auch, dass ich einfach die Zeit abwarten muss und dann ist wieder alles wie vorher. So ist es aber nicht. Und das muss ich jetzt so annehmen, damit ich daran arbeiten kann. Mein Umfeld nimmt mich vielleicht nicht ernst, aber ich tue es. Manche Tage sind besser als andere, aber aufgeben ist einfach keine Option. Ich bin nicht froh, dass es passiert ist, aber ich bin froh, dass ich das Beste daraus gemacht habe.

Pferd auf der Weide

Ausbinder / Hilfszügel

In der Pferdeausbildung greifen viele Reiter und Trainer auf sogenannte Ausbinder zurück. Sie sollen das Pferd „an den Zügel“ bringen, für eine ruhige Kopfhaltung sorgen oder die Arbeit an der Longe erleichtern. Ausbinder zwingen das Pferd dabei in eine bestimmte Kopf-Hals-Position, wodurch der natürliche Bewegungsablauf massiv eingeschränkt wird. Alle Ausbinder haben eine Sache gemeinsam: Sie kontrollieren die äußere Form, aber nicht das innere Gleichgewicht. Pferde finden Balance durch freie Bewegung, nicht durch mechanischen Zwang. Wenn der Kopf künstlich fixiert wird, kann das Pferd sich nicht mehr ausbalancieren, nicht loslassen und nicht atmen, wie es eigentlich nötig wäre. Die Befürworter von Ausbindern argumentieren häufig, sie könnten dem Pferd die Anlehnung „beibringen“. Allerdings ist die Anlehnung kein mechanischer Zustand, sondern sie entsteht durch Losgelassenheit, Balance und Vertrauen. Ein Pferd, das in eine Haltung gezwungen wird, hat keine echte Möglichkeit, die richtige Muskulatur aufzubauen oder sich gesund zu entwickeln. Die Konsequenzen von Ausbindern sind vielfältig: Das Pferd befindet sich in einer Zwangshaltung und kann seinen Hals nicht mehr frei tragen oder ausbalancieren, der Rücken wird häufig hohl und verspannt, echte Losgelassenheit fehlt und das Pferd lernt nicht, sich selbst zu tragen, sondern nur zu „funktionieren“. Viele Pferde reagieren mit Stress oder Widerstand, doch anstatt die Ursache zu hinterfragen, werden die Ausbinder oft noch fester verschnallt. Besonders gefährlich wird es, wenn das Pferd stolpert und den Kopf nicht mehr anheben kann, da ein Sturz dann kaum vermeidbar ist. Zudem setzen Ausbinder am falschen Ende an, denn Anlehnung entsteht von hinten nach vorne und nicht umgekehrt. Oft hört man die Aussage, dass Ausbinder hilfreich seien, wenn man sie richtig und nur vorübergehend einsetzt. Diese Aussage ist ein gefährlicher Kompromiss, denn selbst korrekt eingestellt schränken sie die natürliche Bewegungsfreiheit ein, die meisten Menschen verfügen nicht über das nötige Wissen, um sie wirklich korrekt einzusetzen, und das eigentliche Ziel – korrekte Haltung und Losgelassenheit – wird lediglich mechanisch vorgetäuscht statt erarbeitet. Auch in Reitschulen, in denen Anfängerinnen und Anfänger durch Ausbinder mehr Kontrolle erhalten sollen, verfehlt dieses Mittel sein Ziel. Statt feiner Hilfen und eines guten Reitersitzes wird das Pferd kompensiert, oft auf Kosten seiner Gesundheit. Ein gut ausgebildetes Pferd braucht keine Zwangsmittel, und ein verantwortungsvoller Mensch sollte lernen, mit dem Pferd zu kommunizieren, statt es zu manipulieren. Statt Ausbindern braucht es geduldige Arbeit an der Longe mit Kappzaum, körperbewusstes Reiten mit gutem Sitz, gymnastizierende Übungen, die das Pferd fördern und nicht formen, sowie ein grundlegendes Verständnis für die Biomechanik und Psychologie des Pferdes. Ausbinder passen nicht zu einer pferdegerechten Ausbildung. Wer wirklich fair mit seinem Pferd arbeiten möchte, verzichtet konsequent auf mechanische Hilfsmittel und sucht nach Wegen, das Pferd in seiner natürlichen Bewegung und Lernbereitschaft zu fördern. Ein Hilfsmittel, das Kontrolle ersetzt, verhindert echte Ausbildung. Pferdegerechtes Training braucht keine Abkürzungen, sondern Wissen, Zeit und Respekt.